Medien: FIFA plant Milliardenausschüttung an Verbände / Foto: NHAC NGUYEN - SID
Inmitten des Machtkampfes plant der Fußball-Weltverband FIFA offenbar eine milliardenschwerde Ausschüttung an seine Mitglieder. Das berichtete The Athletic vor der Sitzung der FIFA-Councils am Donnerstag in Zürich. Demnach werde erwartet, dass die FIFA und ihr viel kritisierter Präsident Gianni Infantino einen Vorschlag vorlegen werden, der vorsieht, zwischen 2027 und 2030 über sechs Milliarden US-Dollar an sogenannten Fördermitteln auszuzahlen - und damit mehr als doppelt so viel wie bisher.
Im nächsten Vierjahreszyklus erhielte jeder Mitgliedsverband damit rund 25 Millionen US-Dollar (etwa 22 Millionen Euro), bisher waren es zehn Millionen US-Dollar. Dem Medienbericht zufolge sollen den sechs Kontinentalverbänden zusätzlich 99 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt werden. Dafür greife die FIFA nach dem wirtschaftlichen Erfolg der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada auf ihre üppigen Finanzreserven zurück. Der Plan solle im Dezember im Council finalisiert und beim Kongress im März 2027 in Rabat/Marokko beschlossen werden.
Infantino sieht sich seit der gescheiterten Investorenidee einer Opposition gegenüber, die ihn stürzen will. Diese besteht insbesondere aus der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und dem Verband für Nord- und Mittelamerika (CONCACAF). Die asiatische Konföderation AFC hatte sich dem FIFA-Chef zuletzt angenähert, Afrika und Südamerika stehen auf Infantinos Seite. Die Europäer wollen den 56-Jährigen am Donnerstag mit einigen heiklen Themen konfrontieren. Für die Präsidentenwahl im März ist der Schweizer bislang aber der einzige Kandidat.
Schon im September hatte der FIFA-Präsident den Verbänden mehr Geld in Aussicht gestellt sowie Reformbereitschaft signalisiert - und seinen Gegnern damit Angriffsfläche genommen. In der Vorwoche legte die UEFA Vorschläge für ein umfangreiches Reformpaket vor und forderte darin unter anderem eine zusätzliche Ausschüttung von mindestens zehn Millionen US-Dollar für jedes Mitgliedsland aus den FIFA-Reserven. In seinen über zehn Jahren an der FIFA-Spitze diente Infantino das Geld des Weltverbandes stets auch als Machtinstrument.
X.Thijs--LCdB