ADHS erhöht Risiko für leichte kognitive Störungen im Alter
Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) entwickeln im Alter häufiger leichte kognitive Störungen, die als Vorstufe einer Demenz gelten können. Eine prospektive Beobachtungsstudie der Zeitschrift JAMA Psychiatry weist darauf hin, dass dieses Risiko auch bei Personen mit genetischer Veranlagung besteht, selbst wenn noch keine ADHS-Diagnose vorliegt.
Erwachsene mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) entwickeln im Alter deutlich häufiger leichte kognitive Störungen als Menschen ohne diese Diagnose. Diese Form der Beeinträchtigung gilt als mögliche Vorstufe einer Demenz. Dies geht aus einer prospektiven Beobachtungsstudie hervor, die in der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry veröffentlicht wurde (2026; DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2026.3165).
Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das erhöhte Risiko nicht nur auf bereits diagnostizierte Fälle beschränkt ist. Es gilt auch für Personen mit einer genetischen Prädisposition für ADHS, die möglicherweise noch keine klinische Erkrankung entwickelt haben. Damit widerlegt die Studie die frühere Annahme, ADHS sei eine ausschließlich im Kindesalter auftretende Störung. Die Erkrankung kann sich bis ins Erwachsenenalter und ins hohe Alter fortsetzen.
Die Datenbasis der Untersuchung stammt aus dem „All of Us Research Program“. Bei diesem handelt es sich um eine Biobank-Studie, die 2015 von der Obama-Administration initiiert wurde. Aus den Teilnehmern dieser Studie identifizierten die Forscher 3.026 Erwachsene im Alter von über 50 Jahren, bei denen eine ADHS-Diagnose vorlag. Diese Gruppe wurde mit den übrigen Teilnehmern verglichen, um die Häufigkeit kognitiver Veränderungen zu ermitteln.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, ADHS nicht nur als Entwicklungsstörung der Kindheit zu betrachten, sondern auch die langfristigen neurokognitiven Auswirkungen im fortgeschrittenen Alter zu berücksichtigen. Die Studie liefert damit neue Erkenntnisse für die Altersmedizin und die Prävention kognitiver Abbauerscheinungen.
D.Pauwels--LCdB