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Der BVB spielt eine Stunde lang schwach und behäbig - aber er siegt dennoch in Hoffenheim.
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Sinsheim (SID) Niko Kovac schlug so krachend mit Ole Book ein, dass es in den Handgelenken knirschte. Eine gute Stunde hatte es für den Trainer und den Sportdirektor von Borussia Dortmund nach der alten Leier ausgesehen - aber dann drehte der BVB plötzlich auf und gewann das verloren geglaubte Spiel bei der TSG Hoffenheim noch 3:2 (0:1). Die Generalprobe für den Champions-League-Start gegen den FC Villarreal am Dienstag ist doch noch gelungen.
"Das war schön. Das war cool", sagte BVB-Torhüter Gregor Kobel im Sky-Interview, er entlarvte diese Aussage aber sogleich als Scherz: "Wir haben uns extrem schwergetan, dass wir hier gewinnen, ist glücklich. Wenn wir solche Spiele gewinnen, sieht es sehr gut aus für uns." Der zwischenzeitlich wackelnde Vizemeister hat in der Liga nach zwei Spielen die maximalen sechs Punkte auf dem Konto, wofür sich besonders Last-Minute-Zugang Ethan Nwaneri und Torschütze Fabio Silva minutenlang vor der schwarz-gelben Kurve feiern ließen.
Serhou Guirassy (61.) und Silva (66.) trafen für die Dortmunder, die am Dienstag keine Probleme in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Oberligisten HEBC aus Hamburg (5:0) gehabt hatten. Entscheidend war allerdings ein spätes Eigentor von Albian Hajdari (87.). Die Kraichgauer starteten trotz der Tore von Leon Avdullahu (45.) und Tim Lemperle (54.) erstmals seit 2015 mit zwei Niederlagen.
Die 30.150 Zuschauer sahen in der Anfangsphase eine zerfahrene Partie. Nur der Ex-Hoffenheimer Maximilian Beier sorgte für einen Hauch von Gefahr vor dem TSG-Tor (6.). Bei den Gastgebern schloss Adam Hlozek nicht genau genug ab (17.).
Nach einer knappen halben Stunde gab es mehr zu sehen. Zunächst parierte Kobel einen Schuss des Hoffenheimer Neuzugangs Adam Daghim (30.). Kurz darauf musste BVB-Verteidiger Filippo Mane verletzt vom Platz (32.), Nwaneri kam früher als erwartet zu seinem Bundesligadebüt. Zwei Minuten später musste Kobel bei einem Kopfball Hlozeks ran.
Die Gäste wurden gegen Ende der ersten Hälfte immer schwächer und bettelten um ein Gegentor. Avdullahu tat ihnen mit einem Distanzschuss noch vor der Pause den "Gefallen".
Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam der Dortmunder Neuzugang Joey Veerman für den schwachen deutschen Nationalspieler Felix Nmecha. Besser wurde es aus BVB-Sicht allerdings nicht. Kobel musste die Gäste gegen den frei vor ihm aufgetauchten Lemperle im Spiel halten (49.). Vier Minuten später hatte Ozan Kabak das zweite TSG-Tor auf dem Kopf.
Die Dortmunder fielen in dieser Phase in sich zusammen. Lemperle erzielte den längst fälligen Treffer. Der Schuss des Ex-Kölners wurde von BVB-Kapitän Waldemar Anton abgefälscht.