Nach Tod von 14 Pferden erhält betroffene Familie mehr als 60.000 Franken
Über 30 Pferde und Fohlen frassen auf der Weide der Familie Geiser im bernjurassischen Cortébert Samen des Bergahorns. Diese sind im Herbst, wenn sie von den Bäumen fallen, hochgradig giftig und lösen bei Pferden die Atypische Weidemyopathie aus.
Über 30 Pferde und Fohlen frassen auf der Weide der Familie Geiser im bernjurassischen Cortébert Samen des Bergahorns. Diese sind im Herbst, wenn sie von den Bäumen fallen, hochgradig giftig und lösen bei Pferden die Atypische Weidemyopathie aus. Diese endet für die Tiere oft tödlich, ein Gegenmittel gibt es nicht. Mittlerweile sind auf dem Hof der Familie Geiser 14 Tiere ums Leben gekommen, nach wie vor finden sich weitere in Behandlung. watson berichtete über den Fall vor Ort: Die Tierarztkosten für die Behandlung sind enorm. Für einen Tag in der Klinik fallen im Schnitt etwa 1000 Franken an. Und weil zeitweise bis zu 25 Pferde behandelt werden mussten, steht die Familie nun vor einer gewaltigen Tierarztrechnung, zuzüglich zu den finanziellen Verlusten aufgrund der Tode der mittlerweile 14 Tiere. Diese schätzte Hofbetreiber Philippe Geiser gegenüber watson auf etwa 5000 Franken für ein Fohlen und bis zu 50'000 für ein erwachsenes Tier.
Die Familie kann nun aber auf grosse Solidarität aus der Bevölkerung zählen. Ein Gofundme-Aufruf auf der Crowdfunding-Seite durch eine Freundin der Familie brachte bis am Samstagmorgen mehr als 75'000 Franken zusammen. Tochter und Hof-Mitbetreiberin Audrey Steulet-Geiser zeigt sich gegenüber 20 Minuten überwältigt ob der grossen Solidarität aus der Bevölkerung: Trotz der bereits grossen Unterstützung bleibe die Lage angespannt. Denn bei vielen Pferden, die behandelt werden mussten, darunter auch trächtige Stuten, ist noch unklar, wie sie die Vergiftung überstehen und genesen. Einige Tiere seien zwar zurück auf dem Hof, aber noch sehr geschwächt. Die Atypische Weidemyopathie löst bei Pferden schwere Muskelstörungen auf, die in vielen Fällen tödlich enden. Verursacht werden sie sehr wahrscheinlich durch ein Nervengift, das in den Samen des Bergahorns enthalten ist. Im Herbst fallen die Samen von den Bäumen und werden von Pferden, die das Gift aufgrund des neutralen Geschmacks der Samen nicht wahrnehmen können, gefressen.
Philippe Geiser geht davon aus, dass die Samen in diesem Jahr ein weit höheren Giftanteil enthielten, weil es im Sommer sehr trocken und heiss war. Um diese Jahreszeit sei es für gewöhnlich schon länger kalt und Frosttage würden das Gift in den Samen neutralisieren. Dieser Effekt sei in diesem Jahr vermutlich ausgeblieben. (con)
A.Gerard--LCdB